Verschiedene Nüsse und Kerne auf einem Tisch in Gläsern und Schüsseln

Was sind ungesättigte Fettsäuren und in welchen Lebensmitteln stecken sie?

Welche Arten es gibt, wie sie wirken und von welchen Lebensmitteln sie geliefert werden

Ungesättigte Fettsäuren sind wertvolle Nährstoffe und ein essenzieller Baustein für eine gesunde Ernährung. Sie werden unterschieden in einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren – Letztere kann der Körper nur bedingt selbst herstellen, weshalb sie zwingend über die Nahrung aufgenommen werden müssen. Welche Lebensmittel besonders reich an ungesättigten Fettsäuren sind und wie sie sich einfach in den Alltag integrieren lassen, zeigt dieser Überblick.

Übersicht: Ungesättigte Fettsäuren

Was sind ungesättigte Fettsäuren?

Ungesättigte Fettsäuren enthalten eine oder mehrere Doppelbindungen zwischen Kohlenstoffatomen. Dadurch unterscheiden sie sich von gesättigten Fettsäuren. Je nach Anzahl der Doppelbindungen wird zwischen einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren unterschieden.

Einfach ungesättigte Fettsäuren: Omega-9

Omega-9-Fettsäuren besitzen eine einzelne Doppelbindung am neunten Kohlenstoffatom. Da der Körper sie meist selbst herstellen kann, sind sie nicht essenziell und müssen nicht über die Nahrung aufgenommen werden.

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren: Omega-3 und Omega-6

Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sind essenziell und müssen über die Nahrung aufgenommen werden. Sie beeinflussen zahlreiche Körperprozesse und wirken sich auf den Cholesterinspiegel aus: Omega-3-Fettsäuren senken das LDL-Cholesterin und erhöhen das HDL-Cholesterin.

→ Hier erfährst du mehr zu LDL- und HDL-Cholesterin

Warum sind ungesättigte Fettsäuren gesund?

Ungesättigte Fettsäuren sind ein essenzieller Bestandteil einer herzgesunden Ernährung. Sie schützen das Herz-Kreislauf-System, können entzündungshemmend wirken und unterstützen dadurch lebenswichtige Stoffwechselprozesse im Körper. Die ersten Beweise für die herzgesunden Eigenschaften ungesättigter Fettsäuren stammen aus den 1960er-Jahren (Willett WC et al.).

5 gesundheitliche Vorteile von ungesättigten Fettsäuren

  1. Herz-Kreislauf-Schutz: Ungesättigte Fettsäuren können das LDL-Cholesterin senken und das HDL-Cholesterin erhöhen. Das schützt die Blutgefäße und senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  2. Bessere Blutfettwerte: Mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Omega-3 können den Triglyceridspiegel im Blut senken.
  3. Entzündungshemmung: Omega-3-Fettsäuren, enthalten in Leinöl, Rapsöl und Walnüssen, wirken entzündungshemmend. Omega-6-Fettsäuren sollen in Maßen zu sich genommen werden, dann unterstützen sie ebenso eine gesunde Ernährung.
  4. Vitaminaufnahme: Der Körper benötigt Fett, um die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K aufnehmen zu können.
  5. Zellstoffwechsel: Ungesättigte Fettsäuren sind Bausteine der Zellmembranen und unterstützen das Zellwachstum.

Menschen aus den Mittelmeerregionen haben eine vergleichsweise niedrige Rate an Herzkrankheiten, obwohl sie sich relativ fettreich ernähren. Das Geheimnis: Die mediterrane Küche nutzt vor allem ungesättigte Fettsäuren.

(Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.)

Noch mehr Wissenswertes über ungesättigte Fettsäuren in der Ernährung

Mehr Themen zu gesunden und ungesunden Fetten in der Ernährung:

Lebensmittel Fettsäure-Typ Besonderer Nutzen
Leinöl Mehrfach ungesättigt (Omega-3) Höchste Konzentration an Alpha-Linolensäure für aktiven Zellschutz und die Herzgesundheit.
Avocado Einfach ungesättigt Enthält zusätzlich Kalium und Vitamin E für gesunde Haut, Zellschutz und die Muskelfunktion.
Lachs/Makrele Mehrfach ungesättigt (Omega-3) Liefert direkt verwertbare EPA- und DHA-Säuren für ein starkes Herz und den Erhalt der Sehkraft.
Rapsöl Mix (einfach & mehrfach) Ideales Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 für eine entzündungshemmende Balance im Alltag.
Walnüsse Mehrfach ungesättigt Perfekter Snack für Nerven und Gehirn.
Öl Einfach ungesättigt Mehrfach ungesättigt Besonders geeignet für
Olivenöl ca. 73 % ca. 11 % Salate, kalte Küche, Braten
Rapsöl ca. 60 % ca. 30 % Kochen, braten, backen
Erdnussöl ca. 66 % ca. 40 % Braten und frittieren
Walnussöl ca. 23 % ca. 63 % Salate, Dressings
Leinöl ca. 18 % ca. 68 % Kalte Küche, Müsli
Nuss Haupttyp ungesättigter Fettsäuren Anteil
Walnüsse Mehrfach ungesättigt Ca. 47 %
Pekannüsse Mehrfach ungesättigt Ca. 22 %
Mandeln Einfach ungesättigt Ca. 32 %
Pistazien Einfach ungesättigt Ca. 24 %
Haselnüsse Einfach ungesättigt Ca. 46 %
Samen Haupttyp Besonderheit
Sesamsamen Einfach ungesättigt Höchster Anteil einfach ungesättigter Fettsäuren unter den Samen
Leinsamen Mehrfach ungesättigt Ca. 53 % mehrfach ungesättigte Fettsäuren, davon hoher Omega-3-Anteil
Chiasamen Mehrfach ungesättigt Hoher Omega-3-Anteil
Sonnenblumenkerne Mehrfach ungesättigt Reich an Omega-6
Kürbiskerne Mehrfach ungesättigt Zusätzliche Zink-Quelle

Wie lassen sich ungesättigte Fettsäuren in den Alltag integrieren?

Wer den Anteil ungesättigter Fettsäuren erhöhen möchte, kann tierische Fette gezielt durch pflanzliche Alternativen ersetzen.

Pflanzliche Alternativen zu tierischen Fetten:

  • Statt Butter zum Braten: Pflanzliche Fette, pflanzliches Schmalz, pflanzliche Margarine oder Pflanzencreme haben einen höheren Anteil an ungesättigten Fettsäuren.
  • Statt Butter beim Backen: Pflanzliche Margarine liefert ungesättigte statt gesättigte Fettsäuren.
  • Statt Butter auf Brot: Pflanzliches Streichfett und pflanzliches Schmalz haben einen höheren Anteil an ungesättigten Fettsäuren.
  • Statt Frischkäse auf Brot: Avocado liefert ungesättigte Fettsäuren und Ballaststoffe.
  • Statt Croutons im Salat: Walnüsse oder Mandeln fügen gesunde Fette, Ballaststoffe und Proteine hinzu.

Viel Vergnügen beim bewussten Braten, Kochen und Backen!